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Spezielle Infrastruktur mit Laborstraße und S3-Labor

Barbara Schick,

LMU eröffnet neues Gebäude für Diagnostik und translationale Forschung

Das neue Zentrum für Diagnostik und translationale Forschung des Max von Pettenkofer-Instituts der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) soll dazu beitragen, Infektionskrankheiten effizienter zu behandeln.

Von rechts: LMU-Präsident Prof. Dr. Dr. Matthias H. Tschöp, Prof. Dr. Sebastian Suerbaum, Lehrstuhl für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene am Max von Pettenkofer-Institut der LMU, Bayerns Wissenschaftsminister Markus Blume, Bayerns Bauminister Christian Bernreiter und links Thomas Jenkel, Amtsleiter des Staatlichen Bauamtes München. © LMU

Die Übertragung von Forschungsergebnissen aus der Mikrobiologie und Virologie in die Diagnostik an Patienten und Patientinnen ist ein wesentlicher Schritt, um Krankheiten schneller und besser zu behandeln und ihre Verbreitung zu verhindern. Zu diesem Zweck eröffnet die Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) das neue Zentrum für Diagnostik und translationale Forschung des Max von Pettenkofer-Instituts für Hygiene und Medizinische Mikrobiologie.

Bayerns Wissenschaftsminister Markus Blume: „Dieser 36 Millionen Euro schwere Neubau ist ein Leuchtturm der exzellenten LMU-Infektionsmedizin und ein Aushängeschild für den Wissenschaftsstandort Bayern. Die Erfahrungen der vergangenen Jahre haben gezeigt: Wer Krankheitserreger schnell versteht, kann Leben retten. Mit dem DIAG haben wir einen Ort geschaffen, an dem Virologie, Mikrobiologie und klinische Praxis eng verzahnt zusammenwirken. Wir haben hier beste Bedingungen für Diagnostik und kliniknahe Forschung – ganz im Sinne des Leitgedankens des DIAG: vom Reagenzglas zur Rettung. Klar ist: Pandemien kündigen sich nicht an, aber wir können uns vorbereiten. Resilienz entsteht durch strategische Weichenstellungen. Das DIAG ist Ausdruck dieser Weitsicht.“

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„Als staatliche Bauverwaltung tun wir alles, um die nötige Infrastruktur für diese Exzellenzuniversität zu schaffen", sagte Bayerns Bauminister Christian Bernreiter. Die Herausforderung für das Staatliche Bauamt München II habe darin gelegen, sowohl höchste Ansprüche zu erfüllen wie zum Beispiel das S3-Labor für die Diagnostik von hochansteckenden Erregern, als auch die nötige Anpassungsfähigkeit für künftige andere Labornutzungen zu schaffen. "Entstanden ist ein gleichermaßen robuster, wie flexibler und klimagerechter Bau. Ich danke allen Beteiligten für die hervorragende Arbeit und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die Geduld in den letzten Wochen und Monaten!“

Prof. Dr. med. Dr. h.c. Matthias H. Tschöp, Präsident der LMU: „Die Zusammenführung von Diagnostik, translationaler Forschung und Lehre in der Medizinischen Mikrobiologie und Virologie auf höchstem Niveau, von modernster Laborinfrastruktur, Hochsicherheitslaboren und KI-gestützter Diagnostik - das sind optimale Voraussetzungen, um Infektionskrankheiten schneller zu erkennen, besser zu verstehen und gezielter zu bekämpfen. So können wir neue Erkenntnisse noch besser in die klinische Anwendung überführen und die Versorgung von Patientinnen und Patienten weiter verbessern. Für eine Exzellenzuniversität bedeutet ein solches Gebäude weit mehr als einen Neubau: Es ist ein strategischer Ort wissenschaftlicher Innovation, medizinischer Versorgungssicherheit und akademischer Ausbildung auf höchstem internationalem Niveau.“

LMU-Präsident Professor Matthias H. Tschöp beim Rundgang im neu eröffneten Zentrum für Diagnostik und translationale Forschung des Max von Pettenkofer-Instituts für Hygiene und Medizinische Mikrobiologie. © LMU

Prof. Dr. med. Sebastian Suerbaum, Lehrstuhl für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene Max von Pettenkofer-Institut der LMU: „Ich bin sehr froh, dass wir dieses neue Gebäude des Max von Pettenkofer-Instituts auf dem Klinikum-Campus in Großhadern jetzt einweihen können. Es bietet allen Mitarbeitenden des Max von Pettenkofer-Instituts, Ärzten, Wissenschaftlern und dem technischen Personal, optimale Bedingungen für unsere Arbeit in Infektionsdiagnostik und patientennaher translationaler Forschung und gibt uns bestmögliche Rahmenbedingungen für eine beschleunigte interdisziplinäre Diagnostik und die direkte Kommunikation und Diskussion der Ergebnisse mit den behandelnden Ärztinnen und Ärzten. Wir sind dem Freistaat Bayern und allen an Planung auf Bauausführung beteiligten Teams für die zügige Realisierung dieses Gebäudes sehr dankbar.“

Infrastruktur mit automatisierten Laborstraße für die Diagnostik

Das neue Gebäude bietet optimale Arbeitsbedingungen für den Nachweis von Infektionserregern mit allen modernen diagnostischen Verfahren der Bakteriologie, Virologie, Mykologie und Parasitologie. Zu den Highlights des Gebäudes gehört ein Großlabor für den Betrieb einer automatisierten Laborstraße für die kulturelle Mikrobiologie.

Ein großer Laborraum wurde um diese Installation herum geplant und erlaubt optimierte Arbeitsabläufe für die Versorgung der Automatenstraße mit Reagenzien und Agarplatten, die Beladung mit den Patientenproben, die technische und ärztliche Validation und Qualitätskontrolle sowie eine für die großen anfallenden Datenmengen optimierte IT-Infrastruktur, die auch die KI-unterstützte Analyse der Befunde erlaubt. Die Labore sind mit einer hochmodernen neu gebauten Rohrpostanlage an die Knotenpunkte des Klinikums angebunden, so dass beispielsweise im Operationssaal gewonnene Proben innerhalb weniger Minuten das Labor erreichen.

Hochsicherheitslabor der Sicherheitsstufe 3

Ein weiteres Highlight ist ein nach neuesten Sicherheitsstandards gebautes Hochsicherheitslabor der Sicherheitsstufe 3, das beispielsweise für die Diagnostik der Tuberkulose oder der HIV-Erkrankung erforderlich ist, um einen optimalen Schutz des Personals und der Umwelt vor diesen Erregern sicherzustellen.
Für die Lagerung von Patientenproben und Bakterien- und Virusisolaten ist eine Biobank mit N2-Kryokonservierung und -80°C Tiefkühllagerungen in das Gebäude integriert. Ein weiteres Element ist ein Impfstützpunkt mit zwei Behandlungszimmern und Wartebereich.

Medizinische Forschung und Versorgung

Teams von insgesamt 20 Ärztinnen, Ärzten und Akademikern sowie 70 technische Mitarbeitende und Hilfskräfte arbeiten in dem neuen Gebäude, die von IT-Fachpersonal und weiteren Disziplinen unterstützt werden. Die zentrale Lage des Gebäudes erleichtert auch die Durchführung der täglichen Visiten der ärztlichen Teams des Max von Pettenkofer-Instituts auf den Stationen des LMU Klinikums mit infektiologischen Problempatienten.

Das Zentrum für Diagnostik und translationale Forschung gehört zum Max von Pettenkofer-Institut für Hygiene und Medizinische Mikrobiologie der LMU. © LMU

Im neuen Gebäude werden neben der mikrobiologischen und virologischen Diagnostik in den beiden akkreditierten Laborbereichen und ärztlicher Beratungstätigkeit auch die beiden am Max von Pettenkofer-Institut angesiedelten Nationalen Referenzzentren für Helicobacter pylori, den wichtigsten infektiösen Krebserreger, und für Retroviren, besonders das HI-Virus, eine Heimat finden.

In diesen beiden Bereichen hat das Max von Pettenkofer-Institut sowohl durch innovative Diagnostik als auch durch seine international relevanten Forschungserfolge eine führende Stellung erreicht. Translationale Forschungsarbeiten des Instituts werden unter anderem im Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) und im gerade neu gegründeten Bayerischen Zentrum für präventive Infektionsmedizin (BZI) gefördert.

Quelle: Ludwig-Maximilians-Universität München

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