Labo Online - Analytic, Labortechnik, Life Sciences
Home> Analytik> Materialprüfung>

Hochleistungskeramik - TU Wien und Lithoz präsentieren neuen 3D-Drucker

3D-LaserlithographieLöschbare Tinte für den 3D-Druck

Lasergeschriebene dreidimensionale Mikrostrukturen lassen sich nun schreiben, auflösen und neu schreiben. (Bild: KIT)

Im 3D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. 

…mehr

HochleistungskeramikTU Wien und Lithoz präsentieren neuen 3D-Drucker

Hochleistungskeramik kann durch einen neuen 3D-Drucker von TU Wien und ihrem Spin-off-Unternehmen Lithoz nun mit bisher unerreichter Genauigkeit und Oberflächenqualität hergestellt werden. Präsentiert wird der Drucker auf der Hannover Messe.

sep
sep
sep
sep
Hochleistungskeramik

Einzelstücke und Kleinserien zu produzieren ist oft sehr teuer - besonders, wenn es sich um geometrisch komplizierte Formen handelt. Genau für solche Anwendungen ist der 3D-Druck die Methode der Wahl. Mittlerweile sind 3D-Drucker beinahe schon etwas Alltägliches geworden, doch meistens lassen sich mit ihnen bloß Teile aus Kunststoff oder Metall herstellen.

Die TU Wien allerdings hat mit dem aus ihr hervorgegangenen Spin-off-Unternehmen Lithoz ein Verfahren für den 3D-Druck von Hochleistungskeramik entwickelt, das den hohen Präzisionsansprüchen der Keramikindustrie gerecht wird. Auf der Hannover Messe (13. bis 17. April 2015) wird der neueste Drucker „CeraFab 7500" der Öffentlichkeit präsentiert.

Aushärten mit fokussiertem Licht
„Rapid Prototyping" oder „Additive Manufacturing Technologies" nennt man die Verfahren, mit denen dreidimensionale Objekte auf Knopfdruck produziert werden können. Anstatt das gewünschte Objekt aus einem festen Material herauszuarbeiten wird eine Flüssigkeit an den gewünschten Stellen mit Licht ausgehärtet. Schicht für Schicht können so auch komplizierte Formen hergestellt werden, die man durch Fräs- oder Schleiftechniken gar nicht fertigen könnte.

Anzeige

Bei anderen 3D-Druckern besteht oft das Problem, dass das Material porös bleibt - dadurch verschlechtern sich die Materialeigenschaften. „Mit dem CeraFab 7500 lässt sich eine hohe Dichte, extreme Festigkeit und äußerste Genauigkeit erreichen", sagt Dr. Johannes Patzer, der CTO der Lithoz GmbH. „Auch die Oberflächenqualität ist hervorragend, eine Nachbearbeitung ist nicht zwingend nötig." Für den Anwender ist der Herstellungsprozess ähnlich einfach wie das Drucken von Text auf Papier. Direkt aus den CAD-Daten am Computer kann das gewünschte Objekt erstellt werden.

Die einzelnen Materialschichten, die der Drucker zu einem 3D-Objekt zusammenfügt, sind mit 25 bis 100 µm extrem fein. So lassen sich auch winzige Details zuverlässig ausdrucken.

3D-Drucker

„3D-Druck bringt für die Keramikindustrie große Vorteile", sagt Dr. Johannes Homa, CEO von Lithoz. „Man benötigt weder Gussformen noch teure Spezialwerkzeuge. Will man die Geometrie des Objekts ändern, macht man das ganz einfach per Mausklick am Computer und druckt es dann ein weiteres Mal aus." Durch die materialsparende Fertigung im 3D-Drucker lassen sich außerdem Ressourcen sparen. Auch auf Energieeffizienz wurde bei der Entwicklung des Druckers speziell geachtet.

Interdisziplinäre Arbeit
In der Gruppe „Additive Manufacturing Technologies" (AMT) an der TU Wien greifen die Bereiche Maschinenbau und Chemie ineinander: Die genaue chemische Zusammensetzung des Materials ist genauso wichtig wie die LED-Technologie und die Optik, mit der Licht auf die exakt richtigen Positionen gelenkt wird und dort das Material hart werden lässt. Auch die Firma Lithoz ist interdisziplinär aufgestellt: Sie beschäftigt Spezialisten für Polymerchemie, Keramik, Maschinenbau, Prozessmanagement und Softwareentwicklung - sie kann also den gesamten Herstellungsprozess für Industriekeramik direkt im Unternehmen abdecken.

Die TU Wien und Lithoz arbeiten seit Jahren mit großem Erfolg zusammen: Mehrere Patente wurden bereits erteilt, zahlreiche wissenschaftliche Publikationen gingen aus der Kooperation hervor und wichtige Forschungs- und Unternehmerpreise konnten mit den neuen technologischen Ideen gewonnen werden. Auf der Hannover Messe 2015 wird nun das neueste Ergebnis langer gemeinsamer Arbeit einem internationalen Publikum präsentiert - der Drucker CeraFab 7500 wird am Messestand der TU Wien (Halle 13, Stand E10) vom 13. bis 17. April 2015 zu sehen sein.

Neben dieser Neuheit präsentiert die TU Wien auf der Hannover Messe weitere zehn ressourcen- und energiesparende Lösungen in den Themenbereichen „Integrated Industry", „Biotechnologie, Maschinen, Gebäude" sowie „Energie- und Wasserversorgung".

Außerdem präsentieren Lithoz und neun weitere Start-ups von AbsolventInnen bzw. aus Instituten der TU Wien ihre innovative Produkte und Dienstleistungen im Rahmen der Start-Up-Schau „tech transfer" (Halle 2 - Stand C09/6).

Rückfragen:
Dr. Johannes Patzer
CTO, Lithoz GmbH
Mollardgasse 85a/32/64
1060 Wien, Österreich
office@lithoz.com
www.lithoz.comTU

Anzeige
Diesen Artikel …
sep
sep
sep
sep
sep

Weitere Beiträge zum Thema

Nanoscibe-Gründer

Hochgeschwindigkeits-3D-DruckerKIT-Spinoff im Finale des Deutschen Gründerpreises

Mit seinem 3D-Drucker für die Mikrometerskala hat es die KIT-Ausgründung Nanoscribe ins Finale des Deutschen Gründerpreises 2015 in der Kategorie Aufsteiger geschafft.

…mehr

EuroMold 20143D-Druck von Metallbauteilen

Benötigen Unternehmen kleine Bauteilserien, drucken sie die Komponenten oftmals einfach Stück für Stück aus. Sie nutzen dabei das Verfahren Selective Laser Melting. Eine neuartige Anlage soll den 3D-Druck künftig beschleunigen. Zudem kann sie größere Gegenstände drucken.

…mehr
Fabbing & Founding: TU erforscht das Zukunftsthema "digitale Produktion"

Fabbing & FoundingTU erforscht das Zukunftsthema "digitale Produktion"

Wie wirken sich neue digitale Fertigungstechniken auf Innovationen und Unternehmensgründungen aus? Erstmals stellen sich Wissenschaftler dieser Frage und forschen an der TU Darmstadt zum Thema "Fabbing." Im Zuge des Projekts wird auch das erste Darmstädter FabLab (Fabrication Laboratory) eröffnet.

…mehr

Weitere Beiträge zu dieser Firma

Kraftmikroskop an der TU Wien. (Copyright: TU Wien)

KraftmikroskopieSauerstoff zum Ein- und Ausschalten

An der TU Wien ist es gelungen, einen chemisch höchst wichtigen Prozess gezielt zu steuern: Sauerstoffmoleküle können zwischen einem reaktiven und einem nicht reaktiven Zustand umgeschaltet werden.

…mehr
Nanotechnologie: Der Ionenstrahl als Nano-Schrotflinte

NanotechnologieDer Ionenstrahl als Nano-Schrotflinte

Nanometergroße Löcher lassen sich mit Ionen in dünne Membranen schießen, allerdings verhalten sich die Ionen dabei anders als gedacht. Mit hochgeladenen Ionen lassen sich durchlöcherte Membranen herstellen, die als molekulares Sieb dienen.

…mehr
Anzeige

Bildergalerien bei LABO online

Anzeige

Jetzt den LABO Newsletter abonnieren

LABO Newsletter abonnieren

Der kostenlose LABO Newsletter informiert Sie wöchentlich über neue Produkte, Lösungen, Technologietrends und Innovationen aus der Branche sowie Unternehmensnachrichten und Personalmeldungen.

Anzeige
Anzeige

Mediaberatung