InterviewDr.-Ing. Thomas Scheuring

Thomas Scheuring (58) ist seit 2012 Geschäftsführer der DECHEMA Ausstellungs-GmbH. Von 1995 bis 2011 war er verantwortlich für den Bereich ‘Ausstellungskongresse‘ der DECHEMA e.V., für die er seit 1986 tätig ist. Scheuring ist Chemiker und hat 1985 an der damaligen TH Darmstadt in Physikalischer Chemie promoviert.

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Thomas Scheuring

LABO:
Herr Dr. Scheuring, vom 15. bis 19.06. öffnet die ACHEMA zum 31. Mal ihre Tore. Ist in Anbetracht der guten wirtschaftlichen Lage in Deutschland ein neuer Ausstellerrekord zu erwarten oder machen sich die politischen Unsicherheiten in Teilen von Europa bemerkbar?

Dr. Scheuring:
Die ACHEMA ist auf einem sehr guten Weg, und wir gehen davon aus, dass wir bei den Ausstellerzahlen leicht über den Zahlen von 2012 liegen werden. Die politischen Unsicherheiten sind natürlich ein Thema, ebenso wie der Wechselkurs zum Schweizer Franken oder die wirtschaftliche Situation in Teilen Europas. Die ACHEMA mit ihrem Dreijahreszyklus ist aber weitgehend unabhängig von aktuellen Gegebenheiten. Von den Ausstellern hören wir zum Teil auch eher das Gegenteil: Wenn die Investitionslage in einigen Weltgegenden unsicher ist, ist es um so wichtiger, sich global zu präsentieren.

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LABO:
Bei welchen Ausstellergruppen sind die Zuwachsraten am größten und gibt es auch rückläufige?

Dr. Scheuring:
Den größten Zuwachs verzeichnet die Pharma-, Verpackungs- und Lagertechnik, die über die Halle 3 hinaus auch das Forum und einen Pavilion auf dem Freigelände belegt.

Ebenfalls mit deutlichen Steigerungen präsentiert sich die Mess-, Regel- und Prozessleittechnik – das ist nicht verwunderlich, ist doch die Automation und Flexibilisierung der Trend in der Prozesstechnik. Leichte Flächenrückgänge haben wir im Anlagenbau, was vor allem strukturellen Veränderungen in der Branche geschuldet ist.

LABO:
Erstmals wird der ACHEMA-Gründerpreis verliehen. Welches Konzept steckt dahinter?

Dr. Scheuring:
Die ACHEMA ist seit jeher das Branchenereignis, das ganz im Zeichen der Innovation steht. Start-Ups erhalten schon immer günstige Teilnahmebedingungen, damit sie sich weltweit präsentieren können. Und in den Vortragssälen hört man, was in drei Jahren in den Hallen zu sehen sein wird. Mit dem ACHEMA-Gründerpreis gehen die DECHEMA und ihre Partner einen konsequenten nächsten Schritt: Wir möchten Wissenschaftler ermutigen, aus ihren Ideen greifbare Angebote für den Markt zu machen. Die Teilnehmer konnten mit einer groben Idee ebenso einsteigen wie mit einem jungen Unternehmen und haben in den letzten 15 Monaten bereits Unterstützung durch Mentoren bekommen. Auf der ACHEMA können sie sich einem gro-ßen Fachpublikum bekannt machen. Für uns sind das die Aussteller von morgen!

LABO:
Welche aktuellen Branchentrends spiegeln sich im Ausstellungs- und Kongressprogramm wider?

Dr. Scheuring:
Zunächst haben wir natürlich unsere drei Fokusthemen „industrielles Wassermanagement“, „innovative Prozessanalytik“ und die „BiobasedWorld“ als Treffpunkt für die biobasierte Wirtschaft und die industrielle Biotechnologie. Alle drei beeinflussen die Prozessindustrie insgesamt und sind dementsprechend in verschiedensten Bereichen der Ausstellung präsent. Auch im Kongressprogramm nehmen sie einen breiten Raum ein.

Daneben ist die „Industrie 4.0“ definitiv ein Thema, das auch auf der ACHEMA für Diskussionen sorgen wird. Und Energie bleibt ein Dauerbrenner, von der Erzeugung und Speicherung bis zur effizienten Nutzung.

LABO:
Gibt es auch Veranstaltungen, die sich insbesondere an den „Chemienachwuchs“ wenden?

Dr. Scheuring:
Natürlich wollen wir auch wieder junge Leute für unsere Branchen begeistern und Studierenden und Absolventen die Chance geben, mit zukünftigen Arbeitgebern ins Gespräch zu kommen. Wir haben u.a. zwei Veranstaltungen für Schüler, wo sie von jungen Leuten Antworten aus erster Hand zu Studium und Beruf bekommen. Die ganze Woche über ist jobvector aktiv, und am Donnerstag ist der jobvector career day Anlaufstelle für Absolventen und für Unternehmen, die Nachwuchs suchen.

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