Bericht des Umweltbundesamtes

Melanie Steinbeck,

Entwicklung erneuerbarer Energien im ersten Halbjahr 2025

Die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien lag im ersten Halbjahr 2025 rund fünf Prozent unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums. Grund dafür waren laut aktuellen Auswertungen des Umweltbundesamtes (UBA) vor allem außergewöhnlich schwache Windverhältnisse in den Winter- und Frühlingsmonaten. Trotz dieser ungünstigen Wetterbedingungen konnte der Anteil erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch bei 54 Prozent gehalten werden. Ein Grund dafür: der starke Ausbau der Photovoltaik. Auch im Wärme- und Verkehrssektor gab es Fortschritte - wenn auch in begrenztem Umfang.

Der Umstieg auf einen klimafreundlichen Wärme- und Verkehrssektor kommt langsam voran. Im ersten Halbjahr 2025 bremsen schwache Windverhältnisse die erneuerbare Stromproduktion. © Anselm/stock.adobe.com

„Der wetterbedingte Rückgang bei der erneuerbaren Stromerzeugung zeigt, wie wichtig es ist zu diversifizieren“, sagt UBA-Präsident Dirk Messner. „Nur durch einen konsequenten und beschleunigten Ausbau der erneuerbaren Energien in allen Bereichen, verbunden mit einem leistungsfähigen Stromnetz und ausreichender Speicherinfrastruktur, kann ein klimafreundliches Energiesystem entstehen. Die bisherigen Erfolge bei der Emissionsminderung verdanken wir vor allem dem stetigen Ausbau erneuerbarer Energien – diesen Weg müssen wir entschlossen weitergehen.“

Stromerzeugung: Trotz Flaute 54 Prozent Anteil am Verbrauch

Im ersten Halbjahr 2025 wurden rund 142 Terawattstunden (TWh) Strom aus erneuerbaren Quellen erzeugt – das sind fünf Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum (149 TWh).

Anzeige

Besonders zwischen Februar und April, normalerweise windstarke Monate, herrschte ungewöhnlich schwaches Windaufkommen. Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) war der März 2025 sogar der windärmste März seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1950. Auch die Wasserkraftproduktion litt unter den trockenen Bedingungen.

Grafik erneuerbare Energien für das erste Halbjahr 2021 bis 2025. © Umweltbundesamt

Die Windstromerzeugung sank um 18 Prozent, die Wasserkraft verzeichnete ein Minus von 29 Prozent. Dem gegenüber stand ein Plus von 27 Prozent bei der Photovoltaik – gestützt auf gute Sonneneinstrahlung und den weiteren Ausbau von Solaranlagen.

Trotz der Flaute war Windenergie mit rund 43 Prozent weiterhin die wichtigste Quelle innerhalb der erneuerbaren Stromproduktion. Es folgten Photovoltaik mit 34 Prozent, Biomasse mit 17 Prozent und Wasserkraft mit sechs Prozent.

Die Stromnachfrage blieb im Vergleich zum ersten Halbjahr 2024 nahezu konstant. Durch die geringere Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen sank der Anteil am Bruttostromverbrauch leicht, blieb aber mit rund 54 Prozent auf hohem Niveau. Eine Hochrechnung für das Gesamtjahr 2025 ist derzeit nicht möglich – sowohl Wetterlage als auch Verbrauchsentwicklung im weiteren Jahresverlauf sind mit großen Unsicherheiten behaftet. Im Gesamtjahr 2024 lag der Wert bei 54,4 Prozent.

Photovoltaik treibt den Ausbau an

Der Ausbau der erneuerbaren Stromerzeugungskapazitäten wurde in der ersten Jahreshälfte 2025 erneut vor allem durch Photovoltaik geprägt: Insgesamt kamen sieben Gigawatt (GW) neue PV-Leistung hinzu. Der Netto-Zubau bei Windenergieanlagen an Land betrug 1,9 GW – doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum. Auf See wurden bislang keine neuen Windparks in Betrieb genommen.

Mit aktuell über 107 GW installierter Photovoltaik-Leistung ist das Ausbauziel von 128 GW bis Ende 2026 (laut Erneuerbare-Energien-Gesetz, EEG) in Reichweite. Im Bereich Windkraft an Land sind derzeit rund 65,4 GW installiert. Um das EEG-Ziel von 84 GW bis 2026 zu erreichen, braucht es jedoch eine deutlich höhere Ausbaudynamik. Positiv ist: Die Zahl bereits genehmigter und im Bau befindlicher Windanlagen wächst spürbar.

Erneuerbare Wärme legt zu

Die Wärmeerzeugung aus erneuerbaren Quellen stieg im ersten Halbjahr 2025 auf etwa 117 TWh – ein Zuwachs von zehn Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Ausschlaggebend war eine deutlich kühlere Witterung, die insgesamt zu einem höheren Wärmebedarf führte.

Der Anstieg wurde getragen von einer stärkeren Nutzung von Holz sowohl in Haushalten als auch im gewerblichen Bereich. Besonders deutlich wuchs zudem der Beitrag von Wärmepumpen: Etwa 17 Prozent mehr Wärme aus oberflächennaher Geothermie und Umweltwärme wurde durch deren Einsatz gewonnen. Auch der Absatz von Wärmepumpen ist laut Verbandsmeldungen im Jahr 2025 weiter gestiegen.

Verkehr: Biokraftstoffe und Strom leicht im Plus

Auch im Verkehrssektor ist der Einsatz erneuerbarer Energien leicht gestiegen: Insgesamt wurden rund 23 TWh aus erneuerbaren Quellen genutzt – ein Plus von sechs Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2024. Die Menge eingesetzter flüssiger und gasförmiger Biokraftstoffe stieg ebenfalls um sechs Prozent, der Einsatz erneuerbaren Stroms um acht Prozent.

Zwar wächst der Bestand an Elektrofahrzeugen weiter – und damit auch der Strombedarf im Verkehr – jedoch stand wegen der wetterbedingt schwächeren Stromproduktion weniger grüner Strom zur Verfügung.

Die im Verkehr eingesetzte erneuerbare Strommenge entspricht derzeit etwa 3,7 Prozent des in Deutschland erzeugten erneuerbaren Stroms. Rund 60 Prozent davon werden im Schienenverkehr genutzt, etwa 40 Prozent im Straßenverkehr.

Hintergrund: Datengrundlage der AGEE-Stat

Die Zahlen stammen von der Arbeitsgruppe Erneuerbare Energien-Statistik (AGEE-Stat), die im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie die Nutzung erneuerbarer Energien bilanziert. Die Geschäftsstelle der AGEE-Stat ist am Umweltbundesamt in Dessau angesiedelt. Neben Jahrespublikationen erscheinen auch regelmäßig Monats- und Quartalsberichte – inklusive aktueller Grafiken zur Entwicklung im Jahr 2025.

Quelle: Umweltbundesamt

  • Xing Icon
  • LinkedIn Icon
Anzeige
zurück zur Themenseite
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Jetzt Newsletter abonnieren