Metallomics
Interdisziplinäre Konferenz an der Uni Wien
Von Sonntag, 13. August, bis Donnerstag, 17. August, findet das 6. Internationale Metallomics Symposium an der Universität Wien statt. Ziel der Konferenz ist es, einer vollständigen Identifizierung und Quantifizierung des Metalloms näher zu kommen.
Die interdisziplinäre Tagung versammelt über 250 österreichische und internationale Wissenschafter aus verschiedensten Disziplinen und unterschiedlichsten Arbeitsgebieten, die sich mit Metallen und deren Rolle in Biologie und Medizin befassen. Einen zentralen thematischen Aspekt bildet dabei die chemische Analytik von Metallspuren in biologischen Proben, die für die Forschung eine große Herausforderung darstellt.
Erfassung von Metallspuren
Genau 15 Jahre sind inzwischen vergangen, seit der Begriff Metallomics zum ersten Mal verwendet wurde. Die Bezeichnung Metallomics leitet sich von Metallom ab und wurde in Anlehnung an die sogenannten Omics-Wissenschaften geprägt. In Analogie zum Genom, das die Gesamtheit aller Erbanlagen eines Lebewesens bezeichnet, ist das Metallom die Gesamtheit aller Metalle einer biologischen Probe. Das Suffix „omics“ bezeichnet dabei die wissenschaftliche Aufgabe, die Probe in ihrer Gesamtheit zu erfassen und zu verstehen.
Mit Metallomics arbeiten Wissenschafter an der vollständigen Erfassung von Metallen, die oft in nur sehr geringen Spuren vorkommen. Diese können aber auch in geringen Mengen eine zentrale Rolle spielen, da sie sowohl essentiell als auch toxisch sein können. Viele lebenswichtige Prozesse wie zum Beispiel Atmungs- bzw. Sauerstofftransportvorgänge, die Photosynthese und die Stickstofffixierung werden durch chemische Verbindungen kontrolliert, die Metalle enthalten.
Auch als Therapeutika eingesetzt
In der Medizin kommt eine Vielzahl von metallhaltigen Therapeutika zum Einsatz. So gehören etwa platinhaltige Therapeutika heute zu den am meisten angewandten Tumortherapeutika. Das Verständnis der zugrundeliegenden molekularen Mechanismen ist daher von großer Bedeutung, nicht zuletzt, um auch die negativen toxischen Aspekte von Metallen in Umwelt und Biologie besser zu verstehen.
Eröffnet wird das Symposium am Sonntag, den 13. August, durch Vorträge von Robert Crichton, Emeritus der Université Catholique de Louvain, sowie Christian Obinger von der Universität für Bodenkultur Wien. Weitere prominente Gastredner kommen aus Europa, den USA, China und Japan. Das Kongressprogramm umfasst zudem mehrere Workshops sowie eine eigene Session für JungwissenschafterInnen.
Veranstaltet wird der Kongress von den Instituten für Analytische Chemie und Anorganische Chemie der Fakultät für Chemie der Universität Wien.
Nähere Informationen und Programm: www.metallomics2017.at









