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Life Sciences Innovations

Doping beim Pferdekauf

Immer häufiger sehen sich Pferdekäufer in der Situation, dass ein Tier, das bei der Besichtigung noch gesund wirkte, im eigenen Stall plötzlich Symptome für eine Muskel- oder Gelenkerkrankung zeigt. Da Verkäufer zum Teil auf Entzündungshemmer und Sedativa zurückgreifen, um den Zustand eines Pferdes vor dem Kauf besser darzustellen als er tatsächlich ist, sollte im Rahmen einer Ankaufsuntersuchung auch eine Blut- oder Urinprobe genommen und im Labor auf ein möglichst breites Spektrum von relevanten Substanzen untersucht werden.

Die LADR GmbH MVZ Dr. Kramer und Kollegen, die neben den offiziellen Dopinglabors als derzeit einziges deutsches Labor diese umfangreiche Analytik anbietet, hat ein spezielles Verfahren entwickelt, das besonders schnell Ergebnisse liefert: Ein negativer Befund und damit das OK für die Kaufentscheidung liegt bereits nach zwei Tagen vor. Das Risiko hoher Folgekosten lässt sich so drastisch reduzieren. Auch für Händler kann die professionelle Analyse hilfreich sein. Es lässt sich überprüfen, ob Wirkstoffe einer Medikation noch nachweisbar sind beziehungsweise das Tier zum Verkauf medikamentös behandelt wurde.

"Die entscheidende Überlegung beim Kauf eines Sportpferdes ist, ob sich die Investition durch gewonnene Preisgelder finanziell rentieren wird. Ein krankes Pferd kann die dafür erforderliche Leistung meist nicht bringen", erklärt Dr. Lars Wilhelm, Leiter der Abteilung Toxikologie bei der LADR GmbH. Ein krankes Freizeitpferd verursacht schnell hohe Tierarztkosten und das Hobby kann dann oft nicht im gewünschten Umfang ausgeübt werden. Die Unterhaltskosten für das Pferd laufen indes weiter. "Umgekehrt steht für Verkäufer, die ein kürzlich behandeltes Tier nicht überprüfen, sowohl der erfolgreiche Verkaufsabschluss als auch ihr Ruf als Züchter oder Händler auf dem Spiel." Weil im Rahmen einer Ankaufsuntersuchung nicht immer umfassende Analysen durchgeführt werden, nutzen einige Anbieter die Gelegenheit, mit zum Teil unerlaubten Mitteln Krankheiten zu verschleiern.

Am häufigsten sind bei Pferden muskuläre Probleme bis hin zu Schäden an Gelenken und Skelett, die oft mit schmerzhaften Entzündungen verbunden sind. Bei chronischen Zuständen helfen Entzündungshemmer zwar gegen die Symptome, beheben jedoch deren Ursachen nicht. "Da Sportpferde als Fluchttiere zum Teil sehr sensibel und schreckhaft sind, werden sie zudem mit Tranquilizern ruhig gestellt, um beispielsweise beim Transport einen sicheren Umgang mit den Tieren zu ermöglichen", so Wilhelm weiter. "Um eine unerlaubte Medikation zu verschleiern, setzen die Verkäufer darüber hinaus oft Diuretika ein, die diese Mittel aus dem Körper spülen."

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Kombination verschiedenster Methoden führt schnell zu eindeutigen Befunden

Immer häufiger sehen sich Pferdekäufer in der Situation, dass ein Tier, das bei der Besichtigung noch gesund wirkte, im eigenen Stall plötzlich Symptome für eine Muskel- oder Gelenkerkrankung zeigt. Die Verkäufer setzen zum Teil Medikamente ein, um den Zustand des Tieres vor dem Kauf besser darzustellen als er ist. (Bild: Andrea Damm, pixelio.de)

Damit potenzielle Käufer nicht auf diese Tricks hereinfallen, kann vom Veterinärmediziner eine Urin- oder Blutprobe des betreffenden Pferdes genommen und im Labor untersucht werden. Bei LADR lassen sich die Proben umfassend auf Entzündungshemmer (Antiphlogistika) wie Glucocorticoide und NSAIDs, auf Stimulantien, Sedativa, Lokalanästhetika und tricyclische Antidepressiva überprüfen. Um möglichst viele Substanzen abdecken zu können, werden verschiedene Methoden eingesetzt. Neben immunchemischen Verfahren führt das Geesthachter Labor eine Flüssigchromatographie-Tandemmassenspektrometrie (LC-MS/MS) nach Festphasenextraktion sowie eine Gaschromatographie-Massenspektrometrie (GC/MS) durch. "Mittels Immunchemie erhält man Hinweise auf 'klassische' Drogen und Medikamente wie Kokain oder Benzodiazepine, die dann mit chromatographischen Methoden überprüft werden", erläutert Wilhelm. In der LC-MS/MS-Analyse können circa 100 Substanzen gezielt mit hoher Selektivität und Sensitivität nachgewiesen werden. Die Qualität der Analytik wird dabei an Hand deuterierter interner Standards sichergestellt. Mit der GC/MS lässt sich zudem ein breites Spektrum an Substanzen im Sinne einer systematisch toxikologischen Analyse untersuchen. Hierzu werden Abgleiche mit Spektrenbibliotheken mit einigen tausend Einträgen durchgeführt.

"Erst die Kombination verschiedener Methoden macht es möglich, das weite Feld an relevanten Medikamenten abzudecken", so Wilhelm. Beispielsweise können auch Hormone wie Cortisol Hinweise auf eine Medikation geben, da bei einer Gabe der endogene Cortisolspiegel sinkt und sich erst nach Stunden bis Tagen wieder normalisiert. Wichtig ist zudem eine gegenseitige Ergänzung der Analysenmethoden. "Wenn eine Substanz in verschiedenen Methoden positiv getestet wird, können Fehler oder Störungen weitestgehend ausgeschlossen werden. Im Zweifelsfall sollten die Ergebnisse mit der klinischen Anamnese abgeglichen werden", betont Wilhelm.

Schnelles Ergebnis für weniger als eine Stallmiete

Bei LADR werden die Analysen zweimal die Woche durchgeführt, eine Probe hat dabei eine Bearbeitungszeit von zwei Tagen. In dringenden Fällen kann sie auch separat bearbeitet werden und ist dann am gleichen Tag fertig. "Positive oder auffällige Proben müssen allerdings weiteren Analysen unterzogen werden, bevor ein Befund erstellt wird. Das dauert ein paar Tage länger", erklärt der Laborleiter. In Geesthacht werden jährlich circa 1000 bis 1500 Proben bearbeitet. In erster Linie werden dabei Analysen auf Antiphlogistika und Sedativa nachgefragt. "Diese Arzneimittel tauchen auch am häufigsten in den Proben auf, obwohl es eine sehr große Varianz gibt", so der Wissenschaftler weiter. Darunter sind einige Sedativa mit sehr kurzer Halbwertszeit, die sich relativ schwer feststellen lassen. Auch der Nachweis von endogenen Substanzen wie Hormonen gestaltet sich schwierig.

Doch auch wenn die Analyse einer Probe besonders umfangreich und aufwändig ist, liegen die Kosten für eine Untersuchung mit weniger als 200 Euro deutlich unter den Behandlungskosten eines Pferdes. Neben den laufenden Kosten wie Stallmiete und Pflege kommen bei einem kranken Tier schnell einige hundert Euro im Monat zusammen. In der Summe können sie über die Jahre schnell den Kaufpreis übersteigen. Das Analyseergebnis kann Kaufinteressenten also vor einem größeren finanziellen Schaden schützen.

Analyse-Portfolio setzt umfangreichen Entwicklungsaufwand voraus

Da die eingesetzten Methoden einen hohen Entwicklungsaufwand erfordern, profitiert LADR von seiner langjährigen Erfahrung bei der Analyse offizieller Dopingproben. "Wir haben über zehn Jahre für die Reiterliche Vereinigung FN auf Anfrage offizielle Dopingproben bearbeitet. In dieser Zeit haben wir Methoden mit einem umfangreichen Analysenspektrum entwickelt", erklärt Wilhelm. Heute führt LADR keine offiziellen Dopingkontrollen mehr durch, nutzt die nach wie vor kontinuierlich weiterentwickelte Analytik aber im Rahmen der Ankaufsuntersuchungen und anderer Medikationskontrollen. Da dieser Entwicklungsaufwand für kommerzielle Labore eine große Hürde darstellt, ist LADR neben den offiziellen Dopinglaboren derzeit das einzige Labor in Deutschland, das diese weitgreifende Analytik anbietet und zugleich die Befunde so zeitnah liefern kann.

Die Laborärztliche Arbeitsgemeinschaft für Diagnostik und Rationalisierung (LADR) ist einer der größten und leistungsstärksten Zusammenschlüsse medizinischer Laboratorien Europas und für mehr als 20000 niedergelassene Ärzte und über 200 Kliniken labormedizinischer Partner. Der Firmensitz ist in Geesthacht (südöstlich von Hamburg), deutschlandweit gibt es 17 weitere Standorte und eine sehr gute Zusammenarbeit mit über 35 Laborgemeinschaften. Das Labor in Geesthacht wurde 1945 gegründet und ist das älteste inhabergeführte Privatlabor Deutschlands. Neben den labormedizinischen Schwerpunkten der heutigen LADR GmbH Medizinisches Versorgungszentrum Dr. Kramer und Kollegen wird außerhalb der Medizin von den Abteilungen Hygiene-, Wasser-, Umwelt- und Lebensmittelanalytik ein umfangreiches naturwissenschaftliches Spektrum angeboten. Im medizinischen Bereich weist die Spezial-Abteilung der Drogenanalytik Betäubungsmittel mittels modernster Methoden in Urin, Blut, Kapillarblut, Speichel oder Haaren nach. Es werden unter anderem chromatographische und systemisch toxikologische Screenings durchgeführt sowie Enzymimmunoassays und Bestätigungsanalysen.

Mehr Infos:
LADR GmbH - MVZ Dr. Kramer und Kollegen
Dr. rer. hum. biol. Lars Wilhelm (Leiter Abteilung Toxikologie)
Lauenburger Str. 67, 21502 Geesthacht
Tel.: 04152 803-0, Fax: 04152 803-369
E-Mail: [email protected]
Internet: www.ladr.de

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