Ozeanversauerung

Erstes nationales Forschungsprogramm geht in die Endphase

Kohlendioxid lässt nicht nur die Temperaturen in der Atmosphäre steigen, sondern auch die Ozeane saurer werden. Die weitreichenden Folgen für Organismen und Ökosystemen werden seit sechs Jahren im deutschen Forschungsverbund zur Ozeanversauerung BIOACID (Biological Impacts of Ocean Acidification) erforscht.

Angelika Graiff beim Sammeln des Blasentangs Fucus vesiculosus für Untersuchungen zur Auswirkung von Ozeanversauerung und Erwärmung auf den Blasentang und seine assoziierte Lebensgemeinschaft in der Benthokosmos-Anlage am GEOMAR in Kiel. (Foto: privat)

Am 1. Oktober 2015 geht BIOACID in seine dritte und finale Förderphase. Unter Leitung des Instituts für Meereskunde am Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel tragen 27 Wissenschaftler und deren Teams von 10 Institutionen, einschließlich der Universität Rostock, ihre Ergebnisse zusammen.

In der abschließenden Synthesephase werden die Empfindlichkeiten von Organismen und Ökosystemen gegenüber der Ozeanversauerung bewertet und Wahrscheinlichkeiten für die möglichen Auswirkungen angegeben. Erstmalig werden auch eventuelle gesellschaftliche und wirtschaftliche Folgen beleuchtet und Handlungsoptionen entwickelt. Die Ergebnisse werden nicht nur innerhalb der Wissenschaftlergemeinde verbreitet, sondern auch für Interessensvertreter, Entscheidungsträger und die interessierte Öffentlichkeit verständlich und wissenschaftlich fundiert aufbereitet.

Die Universität Rostock ist durch Prof. Dr. Ulf Karsten und Angelika Graiff aus dem Institut für Biowissenschaften sowie Prof. Felix Ekardt aus der Juristischen Fakultät vertreten. Prof. Karsten und Angelika Graiff werden in ihrem Teilprojekt die Komplexität von Klimawandel-Einflüssen auf den in der Ostsee vorkommenden und ökologisch wichtigen Blasentang durch die Entwicklung eines neuen Makroalgen-Modells mathematisch beschreiben. Dieses neue Modell soll sowohl in der Grundlagenforschung angewendet, als auch als Blaupause für eine anwenderfreundliche Benutzeroberfläche genutzt werden. Dadurch werden Umweltveränderungen im Lebensraum Meer und deren Auswirkungen auf Lebensgemeinschaften für die Öffentlichkeit einfach visualisiert. Prof. Ekardt wird in seinem Teilprojekt insbesondere juristische, sozialpolitische und ethische Aspekte der Ozeanversauerung bearbeiten.

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Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt BIOACID in seiner zweijährigen Abschlussphase mit 4,3 Mio. Euro.

Weitere Informationen unter www.bioacid.de.

Kontakt:
Universität Rostock:
Prof. Dr. Ulf Karsten,
Institut für Biowissenschaften,
E-Mail: ulf.karsten@uni-rostock.de

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