Umweltanalytik

Verbesserung von Umweltprüfungen

Dr. Nicola Vosloo*)

Die seit etwa 30 Jahren bestehende Umweltanalytikbranche ist zwar noch relativ jung, ist im Laufe der Zeit jedoch erheblich gewachsen. In diesem Artikel sollen aktuelle Entwicklungen in dieser Branche vorgestellt und gezeigt werden, wie sich kommerzielle Prüfunternehmen für die neuen Herausforderungen rüsten.

Umweltprüfungen werden in zunehmendem Maße an externe Vertragsprüflabors vergeben. Für diese Unternehmen ist die Sicherstellung höchstmöglicher Analysequalität ein entscheidender Wettbewerbsvorteil. Um die unterschiedlichen von den Kunden geforderten Projektbearbeitungszeiten einzuhalten, muss der Probendurchsatz optimiert werden. Zur Sicherung und zum Ausbau einer herausragenden Marktposition sind handfeste Belege hoher Genauigkeitsniveaus ebenfalls unerlässlich. Das Erreichen niedrigerer Nachweisgrenzen und das Anstreben von Qualitätszertifizierungen sind inzwischen wichtige Punkte, um prominente Kunden zu gewinnen und sich auf dem Markt besser abzuheben, wie das folgende Beispiel aus der Praxis zeigt:

Das Unternehmen Chemtest ist ein führender Anbieter von qualitativ hochwertigen und schnellen Analysedienstleistungen. Als wichtigstes Testlabor in Großbritannien für kontaminierte Böden ist Chemtest darum bemüht, sein marktführendes Dienstleistungsniveau beizubehalten. Kontinuierliche Investitionen in Prozesse und Technologien sorgen für optimale Zuverlässigkeit und Vertrauen in die Ergebnisse des Unternehmens. In der Anfangszeit der Umweltprüfungen wurde die Arbeit mit einfacheren Methoden durchgeführt, die der damals geltenden, weniger strengen Gesetzgebung entsprachen. Inzwischen verlangen die Kunden immer höhere Informationsniveaus. Als Reaktion darauf hat Chemtest ausgereiftere Analysetechniken eingeführt, einschließlich vollständiger Speziationsanalysen. Heute verwendet das Unternehmen GC/FID-, GC/ECD-, GC/MS-, ICP/OES- und ICP/MS-Instrumente zur Identifizierung und Quantifizierung einer großen Bandbreite von Schadstoffen in Boden- und Wasserproben.

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Hinsichtlich der Entnahme und Prüfung von Umweltproben geben regionale und lokale Behörden innerhalb ihres Zuständigkeitsbereichs eigene Richtlinien heraus, die wiederum auf den Vorgaben und Richtlinien der dem britischen Landwirtschaftsministerium unterstellten Durchführungsbehörde Environment Agency (EA) beruhen. Darüber hinaus hat die EA eigene Standards für die Analyse von Luftschadstoffemissionen, Boden- und Wasserproben unter ihrem Monitoring-Zertifizierungssystem MCERTS entwickelt. Durch die Vorgaben der EA werden Standortprüfer dazu angehalten, Labors, die nach MCERTS zertifiziert sind, den Vorzug vor nicht-zertifizierten Wettbewerbern zu geben. Daher ist es die Aufgabe von Umweltprüflabors, ihren Kunden bei der Einhaltung dieser Anforderungen zu helfen. Obwohl die bestehenden Richtlinien keine Anforderungen in Bezug auf Nachweisgrenzen enthalten, sind niedrige Nachweisgrenzen ein Mittel, mit dem Labors die Leistung erbringen können, die die Kunden verlangen.

Senkung der Nachweisgrenze

In der analytischen Chemie ist die Nachweisgrenze die geringste Menge einer Substanz, die vom Nichtvorhandensein dieser Substanz (Leerwert) innerhalb eines festgelegten Konfidenzintervalls unterschieden werden kann. Bei Chemtest unterscheiden sich die Anforderungen in Bezug auf die Nachweisgrenze von Kunde zu Kunde und je nach dem zu analysierenden Schadstoff und der Probenart. Betonierte Flächen unterliegen beispielsweise weniger Richtlinien als die Böden in Gärten oder Schrebergärten, mit denen die Menschen häufiger in Berührung kommen. Dennoch besteht in beiden Fällen das kontinuierliche Bestreben, die Nachweisgrenze für jede Probenart und -matrix zu senken. Die Zusicherung genauerer Analysen ist ein starkes Verkaufsargument für alle Umweltprüflabors. Chemtest setzt in seinem Labor in Newmarket über 45 Instrumente von PerkinElmer ein. Durch Investitionen in Instrumente mit höherer Empfindlichkeit baut das Unternehmen beständig seine Analysefähigkeiten aus und kann die gewünschten Nachweisgrenzen bieten.

Steigender Zertifizierungstrend

Umweltprüfungen unterliegen keinen Regulierungssystemen, die es beispielsweise im Bereich der Pharmaindustrie gibt (z.B. von der britischen und der amerikanischen Medikamentenzulassungsbehörde MHRA und FDA). Eine Qualitätszertifizierung der Umweltprüflabors nach ISO 17025 bzw. MCERTS wird jedoch inzwischen von den einflussreichsten Kunden als unerlässlich betrachtet.

Die von der International Organisation for Standardization zum ersten Mal im Jahr 1999 herausgegebene ISO-Norm 17025 ist die wichtigste Norm für Test- und Kalibrierungslabors. Sie regelt die formelle Zertifizierung von Labors in Übereinstimmung mit europäischen und internationalen Normen. 2005 wurde die Norm überarbeitet, um sie mit der allgemeinen Managementnorm ISO 9001 besser in Einklang zu bringen. Mit der Erfüllung der Anforderungen von ISO 17025 beweist ein Labor, dass es den Ansprüchen im Hinblick auf die technische Kompetenz und das Managementsystem gerecht wird und regelmäßig exakte Ergebnisse liefern kann. Es liegt also auf der Hand, warum sich immer mehr Vertragsprüflabors um eine Zertifizierung bemühen. Indem kommerzielle Labors analytische Ergebnisse garantieren, bleiben sie wettbewerbsfähig. Außerdem können die generierten Ergebnisse bei Bedarf an Regulierungsbehörden weitergegeben werden.

Das MCERTS-System der Environment Agency ist eine zusätzliche Zertifizierung, bei der eine Reihe entscheidender Testanforderungen und -parameter vorgegeben werden, insbesondere die für jeden Test maßgeblichen Genauigkeits- und Präzisionsgrenzen. Diese müssen durch Methodenvalidierungen nachgewiesen werden, bevor die Zertifizierung verliehen wird, und anschließend für die Überwachung der fortlaufenden Leistungsfähigkeit der Methode angewandt werden. Hierdurch erhalten alle Beteiligten (einschließlich Betreibern industrieller Prozesse, Labors, Regulierungsbehörden und der Öffentlichkeit) Gewissheit über die Zuverlässigkeit der durch Tests ermittelten Daten. Infolge des kontinuierlichen Bestrebens von Chemtest, Qualitätssicherung und -kontrolle bei allen Prozessen und Ergebnissen zu gewährleisten, hat das Unternehmen inzwischen eine große Bandbreite an MCERTS-Zertifizierungen für die angebotenen Testverfahren erhalten. Es war eines der ersten Labors in Großbritannien, das Tests von gewerblichen Abwässern und Sanitärabwässern gemäß den MCERTS-(Wasser-)Standards anbot. Diese Qualitätszertifizierungen stellen ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal für Chemtest dar, indem sie den Service und die Qualität konkret belegen.
Neben dem Interesse an der ISO-Norm 17025 und dem MCERTS-System ist auch ein wachsendes Interesse an der ISO-Norm 14001 festzustellen, nach der Chemtest ebenfalls zertifiziert ist. Diese Norm bietet einen Rahmen zur Beurteilung und Kontrolle der Auswirkungen von Laboraktivitäten auf die Umwelt. Umweltprüflabors sollten die Auswirkungen ihrer Aktivitäten auf die Umwelt begrenzen und gleichzeitig Ergebnisse pünktlich und kostengünstig bereitstellen.

Hohe Produktivität im Labor

Angesichts einer Anzahl von mehreren zehntausend Ergebnissen, die jeden Tag in den Labors von Chemtest ermittelt werden, ist die Maximierung der Instrumentenverfügbarkeit ebenfalls ein entscheidender Faktor bei der Einhaltung der vom Kunden vorgegebenen Fristen. Bei einer auf allen Dienstleistungsebenen >98 % liegenden Einhaltung der vereinbarten Auftragsbearbeitungszeiten muss Chemtest sicherstellen, dass die Wartung der Instrumente schnell und effizient erfolgt, damit der Probendurchsatz noch weiter optimiert werden kann. Mit dem OneSource®-Wartungsvertrag von PerkinElmer, der alle Analyseninstrumente – unabhängig von Typ oder Hersteller – abdeckt, kann das Unternehmen sicher sein, dass der Probendurchsatz nicht beeinträchtigt wird. Kurze Reparaturzeiten sorgen für eine maximale Produktivität des Labors, da die Geräte schnell wieder zurück sind und die Arbeitsabläufe daher nur in minimaler Weise unterbrochen werden. Die Instrumentenkapazität wird trotz unerwarteter Ausfälle beibehalten. Dies trägt entscheidend dazu bei, dass Chemtest schnellere und effizientere Analysedienstleistungen erbringen kann.

Zusammenfassung

Umweltprüfungen sind ein wachsender Industriezweig. Angesichts steigender Standards müssen sich Prüflabors einer genaueren Überprüfung und einem schärferen Wettbewerb stellen. Das höchstmögliche Qualitäts- und Serviceniveau zu bieten, ist heutzutage wichtiger als je zuvor. Faktoren wie niedrige Nachweisgrenzen, Qualitätszertifizierungen und schnelle Probendurchlaufzeiten können Labors dabei helfen, ihren Anteil an diesem Wachstumsmarkt zu vergrößern und die Beziehung zu bestehenden Kunden zu festigen.

Dr. Nicola Vosloo*)

  1. PerkinElmer (UK) Ltd., Leiterin der Abteilung für europäische Marktentwicklung, Tel. 0044/1494874515, E-Mail: nicola.vosloo@perkinelmer.com.
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