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Wenn das Wasser knapp wird

Melanie Steinbeck,

Niedrigwasser-Informationssystem liefert erstmals bundesweites Lagebild

Das Niedrigwasser-Informationssystem der Bundesanstalt für Gewässerkunde bündelt hydrologische Daten und schafft eine gemeinsame Grundlage für Entscheidungen in Zeiten zunehmender Wasserknappheit.

Der Rhein bei Niedrigwasser im oberen Mittelrheintal bei Boppard. © Dr. Patrick Wagner, BfG

Niedrigwasser kennt keine Verwaltungsgrenzen. Wenn Flüsse weniger Wasser führen, Grundwasserstände sinken oder Quellen weniger schütten, bleiben die Auswirkungen nicht auf einzelne Regionen beschränkt. Betroffen sind unterschiedliche Bereiche zugleich: die Wasserwirtschaft, die Schifffahrt, die Landwirtschaft, die Ökologie und die Trinkwasserversorgung.

Um die aktuelle Situation besser einordnen zu können, steht nun erstmals ein bundesweites Informationsangebot zur Verfügung: das Niedrigwasser-Informationssystem NIWIS der Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG). Das neue System bündelt hydrologische Daten, macht Entwicklungen sichtbar und schafft eine einheitliche und vergleichbare Datengrundlage für Bundes- und Landesbehörden, Wirtschaft, Wissenschaft und Öffentlichkeit.

Die BfG betreibt NIWIS und stellt die Informationen seit dem 15. Juli bereit. Ziel ist es, Beratungen und Entscheidungen im Umgang mit Wasserknappheit durch verlässliche, methodisch einheitliche und tagesaktuelle Informationen zu unterstützen.

Vom Messwert zum bundesweiten Überblick

Wasserstände, Abflüsse, Grundwasserstände, Quellschüttungen und Niederschlagsverhältnisse: Für die Bewertung der Niedrigwassersituation müssen zahlreiche hydrologische Informationen zusammengeführt werden. Mit dem Niedrigwasser-Informationssystem NIWIS stehen diese Daten nun gebündelt an einer Stelle zur Verfügung.

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Das System führt aktuelle Messdaten zusammen und visualisiert sie. Durch die Verbindung räumlicher Analysen mit zeitlichen Auswertungen können Niedrigwasserereignisse überregional schnell bewertet werden. Interaktive Karten, Messdaten und statistische Kennwerte helfen dabei, die aktuelle Situation zu erfassen und mit historischen Ereignissen zu vergleichen.

Ergänzt wird die Darstellung durch Hintergrundinformationen zum Thema Niedrigwasser. Damit macht NIWIS nicht nur Daten sichtbar, sondern unterstützt auch die fachliche Einordnung der aktuellen Entwicklung.

Das neue Informationssystem ergänzt bestehende Angebote der Bundesländer. Während Landesportale weiterhin auf regionaler Ebene mit höherer räumlicher Auflösung über das Wasserdargebot informieren, macht NIWIS Messdaten auf Bundesebene sichtbar und ermöglicht eine bundesweit vergleichbare Betrachtung.

Wasserknappheit wird zur gesamtgesellschaftlichen Herausforderung

Der Bedarf an solchen Informationen wächst. Durch die Veränderung globaler Zirkulationsmuster der Atmosphäre steigt in Mitteleuropa die Wahrscheinlichkeit ausgedehnter sommerlicher Trocken- und Niedrigwasserphasen.

Die Folgen zeigen sich an unterschiedlichen Stellen: An Bundeswasserstraßen, Landesgewässern und Grundwassern stellen Niedrigwasserereignisse Wasserwirtschaft, Schifffahrt, Landwirtschaft, Ökologie sowie Trinkwasserversorgung vor gemeinsame Herausforderungen.

Damit steigt die Bedeutung verlässlicher Informationen über das verfügbare Wasser. Gefragt sind Daten, die nicht nur aktuell, sondern auch nach einheitlichen methodischen Maßstäben erhoben und bewertet werden können.

Mit dem Start von NIWIS entsteht eine gemeinsame Wissensgrundlage für einen vorausschauenden und nachhaltigen Umgang mit Wasserressourcen. Informationen, die bislang aus unterschiedlichen Quellen zusammengetragen werden mussten, werden nun zentral bereitgestellt und nach einheitlichen methodischen Maßstäben bewertet.

Ein Lagebild für Verwaltung, Wirtschaft und Schifffahrt

Das Informationssystem unterstützt Behörden, Unternehmen und weitere Akteure bei Entscheidungen im Umgang mit Wasserknappheit. Für die Bundeswasserstraßen und die Schifffahrt bietet NIWIS ein belastbares Lagebild zur Einschätzung der aktuellen Niedrigwassersituation.

Zugleich ermöglicht das System eine einheitliche und vergleichbare Einordnung über alle Wasserstraßen hinweg und schafft eine fachliche Referenz für Gesamtsteuerung, Management und Kommunikation.

Darüber hinaus macht NIWIS hydrologische Daten und wissenschaftliche Analysen verständlich und zugänglich. Die Verbindung verschiedener Datenquellen ermöglicht es, Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und fachlich einzuordnen.

Aktuelle Entwicklungen im historischen Vergleich

Eine besondere Stärke des Niedrigwasser-Informationssystems NIWIS liegt in der Verknüpfung aktueller Messwerte mit historischen Entwicklungen. Die Plattform ermöglicht es, aktuelle Niedrigwasserlagen mit vergangenen Ereignissen zu vergleichen und Entwicklungen über längere Zeiträume einzuordnen.

Damit steht erstmals eine bundesweite Informationsplattform zur Verfügung, die hydrologische Daten zusammenführt, Niedrigwasserentwicklungen sichtbar macht und eine gemeinsame Grundlage für den Umgang mit einer zunehmend knappen Ressource Wasser schafft.

Quelle: Bundesanstalt für Gewässerkunde

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