Clickmere

Antikörper-Alternative mit großem Potenzial für Forschung und Diagnostik

Clickmer Systems, ein Ausgründungsprojekt der Universität Bonn, entwickelt eine synthetische Alternative zu Antikörpern. Die vollsynthetischen Detektionsreagenzien sollen jetzt für den Einsatz im ELISA und im Westernblot im Life Science Inkubator in Bonn zur Marktreife entwickelt werden.

Dr. Nora Karnowski (links) und Dr. Maren Hamann (rechts) von der Universität Bonn arbeiten im Life Science Inkubator am Forschungszentrum Caesar an der zukünftigen Ausgründung Clickmer Systems. © Volker Lannert/Uni Bonn

In der medizinischen Diagnostik und der Forschung sind die sogenannten Clickmere vielfältig einsetzbar. Ihr großer Vorteil: Sie sind deutlich zuverlässiger als Antikörper. Das Spin-off Clickmer Systems entwickelt solche synthetische Antikörper und wird nun am Life Science Inkubator (LSI) in Bonn seine Technologie weiterentwickeln und ein Produktportfolio aufbauen.

Clickmere sind chemisch modifizierte Nukleinsäuren, die ihre Zielstrukturen – meist Proteine – höchst sensitiv, spezifisch und reproduzierbar binden. Damit sind sie zum Beispiel in der Diagnostik, aber auch in der Forschung einsetzbar und bieten eine Alternative zu den ansonsten häufig verwendeten Antikörpern, die in biologischen Systemen produziert werden.

Clickmere werden vollständig synthetisch hergestellt. Daraus ergeben sich verringerte Chargendifferenzen und die deutlich verbesserte Reproduzierbarkeit der Ergebnisse. „Entsprechend eignen sich Clickmere vor allem für die Diagnostik, weil hier ein hohes Maß an gleichbleibender Qualität der eingesetzten Materialien und Reproduzierbarkeit nötig ist“, sagt Prof. Dr. Günter Mayer vom LIMES-Institut an der Universität Bonn. Ein weiterer Vorteil: Clickmere können auch wichtige Zielproteine nachweisen, für die bislang keine Antikörper erhältlich sind.

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Die Clickmer-Technologie stammt aus der Arbeitsgruppe von Prof. Mayer. Sie geht auf Pionierarbeiten von Prof. Dr. Michael Famulok zurück, der ebenfalls am LIMES-Institut forscht: „Unsere Arbeitsgruppen beschäftigen sich seit Jahren mit neuen, vollsynthetischen Detektionsreagenzien, die bessere Eigenschaften als die etablierten Antikörper-Verfahren aufweisen.“ Die Clickmer Systems-Projektgruppe konzentriert sich zunächst auf die Anwendungen "ELISA" für die Diagnostik und "Westernblot" für die Forschung.

Während ihrer Forschungsarbeiten in den Arbeitsgruppen Mayer und Famulok haben die beiden Mitgründerinnen Dr. Nora Karnowski und Dr. Maren Hamann einen ersten Wirksamkeitsnachweis eines passgenauen Clickmers für die Anwendung im Westernblot erarbeitet. Rüdiger Wolf vom Technologietransfer der Universität Bonn betreut das Projekt mit.

Dr. Joachim Schorr, Leiter des Projektes am Life Science Inkubator (LSI), ist überzeugt vom großen Potential der Clickmere für Forschung und Diagnostik: „Reproduzierbare Ergebnisse sind die Grundlage eines jeden zuverlässigen diagnostischen Tests.“ Die am LSI eingeworbene Finanzierung (1,7 Millionen Euro aus Mitteln des BMBF) werde genutzt, um das Team weiter zu vervollständigen und eine clickmer-basierte Produktpalette aufzubauen. LSI-Geschäftsführer Dr. Jörg Fregien ergänzt: „Das Potential der Clickmer-Technologie und der Wille des gesamten Projektteams, diese bis zur Marktreife zu entwickeln, haben uns sehr überzeugt.“

Zur Life Science Inkubator GmbH (LSI)

Die am Bonner Forschungszentrum caesar ansässige Life Science Inkubator GmbH (LSI) bietet Gründungsinteressierten ein in Deutschland einzigartiges Inkubationskonzept. Innovative Projekte aus den Bereichen Biotechnologie, Pharmazie und Medizintechnik werden in einem frühen Stadium evaluiert und gemeinsam mit der Projektgruppe zur Finanzierungs- und Marktreife entwickelt.

Quelle: Uni Bonn

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