Editorial
Lachen tut gut
Dass Lachen ansteckt und wichtig für die soziale Bindung zwischen zwei Menschen ist, haben wir irgendwie ja schon gewusst. Neu ist, dass das „soziale Lachen“, also das Lachen unter Freunden, zu einer Endorphin-Freisetzung im Gehirn führt und dies möglicherweise die zwischenmenschlichen Beziehungen fördert.
Wer hat’s herausgefunden? Finnische Forscherinnen und Forscher haben unter Einsatz der Positronenemissionstomographie (PET) Daten geliefert, die zeigen, dass soziales Lachen zu angenehmen Gefühlen und gleichzeitig zu einer signifikant erhöhten Freisetzung der Endorphine im Gehirn führt. Auch andere Opioidpeptide waren erhöht – sie kontrollieren Erregung und Emotionen. Bestimmt wurde auch die Dichte der Opioid-Rezeptoren im Gehirn. Die Wissenschaftler stellten fest: Umso mehr Rezeptoren das Gehirn der Versuchsteilnehmer aufwies, desto mehr lachten sie während des Experiments.
Lässt sich daraus schlussfolgern, dass es an der Dichte der Opioid-Rezeptoren liegt, dass manche Menschen viel lachen und dadurch geselliger sind, während andere Menschen „zum Lachen in den Keller gehen“? Könnte der ein oder andere gegenüber dauergutgelaunten Kollegen künftig dann einfach sagen „ich bin wie ich bin, weil meine Opioid-Rezeptoren-Dichte unterhalb des Durchschnitts liegt“? Ich fürchte, ganz so einfach wird es (mal wieder) nicht sein. Trotzdem bin ich schon gespannt auf die weiteren Ergebnisse der finnischen „Lachforschung“.
Übrigens: Die Kontrollgruppe saß während des Experiments im Labor – und hatte dort augenscheinlich nichts zu lachen. Das wünsche ich Ihnen, liebe Leserinnen und Leser im Labor, auf gar keinen Fall!
Mit einem leisen Lachen grüßt Sie,
Dr. Stephanie Konle
Verantwortliche Redakteurin LABO










