Labo Online - Analytic, Labortechnik, Life Sciences
Home> Wirtschaft + Wissenschaft> Archiv>

RAPiD-Projekt: Krankheitserreger bei Mensch und Nagetier schnell vor Ort nachweisen

Nanopartikel-basiertes NachweisverfahrenRAPiD-Projekt: Krankheitserreger bei Mensch und Nagetier schnell vor Ort nachweisen

Ein neuartiges Nanopartikel-basiertes Nachweisverfahren für ausgewählte Nagetier-assoziierte Zoonoseerreger soll das Erbmaterial mehrerer Erreger parallel und ohne Markierungstechniken identifizieren.Es soll zukünftig eine umfassende und zeitsparende Vor-Ort-Diagnostik bei Mensch und Tier erlauben. Hieran arbeiten in den nächsten zwei Jahren das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) Greifswald – Insel Riems, die BioSolutions Halle GmbH, die SIOS Meßtechnik GmbH, die microfluidic ChipShop GmbH sowie das Leibniz-Institut für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT) in Jena zusammen.

sep
sep
sep
sep
„RAPiD“ läuft im Rahmen des Projektkonsortiums InfectControl 2020

Bei Nagetieren kommen eine Vielzahl von Zoonoseerregern, d.h. zwischen Tier und Mensch übertragbare Infektionserreger, vor. Die große Zahl und Variabilität dieser Erreger erschwert ihren Nachweis. Im Rahmen des frisch gestarteten Verbundvorhabens „RAPiD“ (Rodent-Associated Pathogen Chip-Detection) soll ein neuartiges Nanopartikel-basiertes Nachweisverfahren für ausgewählte Nagetier-assoziierte Zoonoseerreger erforscht und entwickelt werden. Im Unterschied zu bisher verfügbaren Mikroarrays ermöglicht das spektroskopische Verfahren das Erbmaterial mehrerer Erreger parallel und dabei ohne Markierungstechniken zu identifizieren.

Anzeige

Methode auf weitere Erreger oder Gene erweiterbar

Die auf weitere Erreger oder Antibiotikaresistenz-Gene erweiterbare Methode soll zukünftig eine umfassende und zeitsparende Vor-Ort-Diagnostik von zoonotischen Infektionen bei Mensch und Tier erlauben. Die Anwendungsfelder der Diagnostik liegen in der Überwachung von gefährdeten Bereichen in Land- und Wasserwirtschaft, in der Lebensmittelherstellung sowie in der Veterinär- und Humanmedizin.

In dem Verbundprojekt arbeiten das Friedrich-Loeffler-Institut Greifswald – Insel Riems, die BioSolutions Halle GmbH, die SIOS Meßtechnik GmbH, die microfluidic ChipShop GmbH sowie das Leibniz-Institut für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT) in Jena zusammen. Die Projektpartner verfügen über sich ergänzende Expertise in mikro- und molekularbiologischer Diagnostik, Entwicklung neuartiger bioanalytischer Ansätze sowie Design und Realisierung hochempfindlicher Nachweissysteme.

„RAPiD“ läuft für zwei Jahre und wird im Rahmen des Projektkonsortiums InfectControl 2020 über das Programm Zwanzig20 – Partnerschaft für Innovation des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) mit mehr als 800.000 Euro gefördert.

Hintergrund: erhöhte Zahl an Krankheitserregern

Die Zahl der bei Nagetieren bekannten Krankheitserreger hat sich in den vergangenen Jahren deutlich erhöht. Unter diesen Erregern befinden sich virale und bakterielle Zoonoseerreger wie Hantaviren und Leptospiren, die beim Menschen teils schwerwiegende Erkrankungen hervorrufen können. Daneben stellen Nagetiere auch das Reservoir für Zoonoseerreger dar, die von Vektoren, wie beispielsweise Zecken, auf den Menschen übertragen werden. Viele der zoonotischen Erreger verursachen ähnliche Krankheitsbilder beziehungsweise unspezifische Symptome, so dass eine Identifikation des verursachenden Krankheitserregers anhand der Symptome schwierig ist.

Bisherige Nachweisverfahren zu zeitaufwändig

Genetische Verfahren werden meist zum Nachweis einzelner Erreger eingesetzt. Mikroarray-Methoden sind dagegen in der Lage, zeitgleich mehrere Erreger nachzuweisen. Die klassischen Verfahren dieser Biochips basieren auf der optischen Detektion eines Fluoreszenzsignals, dass bei der Bindung des nachzuweisenden Erbmaterials an eine Erreger-spezifische Nachweissonde entsteht. Dafür muss das Erbmaterial jedoch zunächst mit einem Farbstoff markiert werden. Im „RAPiD“ Projektverbund soll dieser zeitaufwändige Prozess durch ein neues, markierungsfreies Verfahren auf Basis eines Nanopartikel-Arrays ersetzt und beschleunigt werden. 

„RAPiD“ läuft im Rahmen des Projektkonsortiums InfectControl 2020, das grundlegende neue Strategien zur frühzeitigen Erkennung, Eindämmung und erfolgreichen Bekämpfung von Infektionskrankheiten entwickelt. InfectControl 2020 wird im BMBF-Programm Zwanzig20–Partnerschaft für Innovation gefördert. Dieses Programm ist auf Deutschland beschränkt und setzt einen Förderschwerpunkt in Ostdeutschland.

Anzeige
Diesen Artikel …
sep
sep
sep
sep
sep

Weitere Beiträge zum Thema

Modell der Nanomaschine

Nanomotoren für die Medizintechnik?Nanomaschine absolviert erfolgreich Probefahrt

Wissenschaftler von der Universität Bonn und vom Forschungszentrum caesar in Bonn haben mit Kollegen aus den USA aus Nanostrukturen eine winzige Maschine konstruiert, die sich auf einem Rad gezielt in eine bestimmte Richtung bewegen kann.

…mehr
Prof. Dr. Katharina Landfester (links), Direktorin am MPI-P, und Dr. Britta Unruhe-Knauf

Fachübergreifende ZusammenarbeitGemeinsam zum Erfolg in der Nanomedizin

Die Technologieinitiative RLP und das ZIM-Netzwerk haben Forscher, Mediziner und Unternehmer beim „NanoPharm“-Treffen in Mainz zusammengebracht. Das Ziel: Interdisziplinäres Verständnis und das Schmieden erfolgversprechender Projekte in der Nanomedizin.

…mehr
Reorganisation des Rezeptors nach Bindung eines Insulin-Moleküls

Nanodisc-TechnologieAufgeklärt: So funktioniert der Insulinrezeptor

Knapp 100 Jahre nach der Entdeckung des Insulins konnte ein deutsch-amerikanisches Forscherteam zeigen, wie genau das Hormon seinen Rezeptor aktiviert.

…mehr
Extraktion von Membranproteinen aus Biomembranen

Nanotechnologie für die...Polymer-Nanodiscs als neues Werkzeug für die Membranprotein-Extraktion

Die Struktur- und Funktionsaufklärung von Membranproteinen ist von herausragender Bedeutung für die pharmazeutische und biotechnologische Forschung.

…mehr
Ernährungswissenschaftler Dr. Thomas Schneider und Prof. Dr. Michael Glei

Winzig, nützlich – aber auch unbedenklich?Projektstart: Nachweis von Nanomaterialien in Lebensmitteln

Ernährungswissenschaftler der Uni Jena wollen zusammen mit Industriepartner Analytik Jena eine Analyseplattform für den Nachweis von potenziell gesundheitsschädlichen Nanomaterialien in Lebensmitteln entwickeln. EU und Land fördern das Projekt mit über 600 000 Euro. 

 

…mehr
Anzeige

Mediadaten 2018

LABO Einkaufsführer

Produktkataloge bei LABO

Produktkataloge zum Blättern


Hier finden Sie aktuelle Blätter-Kataloge von Herstellern aus der Branche. Einfach durchblättern oder gezielt nach Stichwort suchen!

Anzeige

LABO Web-Guide 2016 als E-Paper

LABO Web-Guide 2016

Web-Guide 2016


- Stichwortregister

- Firmenscreenshots

-Interessante Webadressen aus dem Labor

Anzeige

Neue Stellenanzeigen

Jetzt den LABO Newsletter abonnieren

LABO Newsletter abonnieren

Der kostenlose LABO Newsletter informiert Sie wöchentlich über neue Produkte, Lösungen, Technologietrends und Innovationen aus der Branche sowie Unternehmensnachrichten und Personalmeldungen.

LABO bei Facebook und Twitter